Beratung

Beratung

In Zusammenarbeit mit Architekten und Lehrern versuchen wir die räumlichen Vorgaben optimal zu nutzen. Jahrzehntelange Erfahrung in Planung und Produktion helfen uns dabei.

In unseren Ausstellungsräumen können Möblierungs-, Maschinen- und Werkzeugvarianten 1:1 begutachtet und getestet werden.

Was ein moderner Fachraum ausmacht …

Das Einrichten von Räumen für Gestaltungsunterricht ist abhängig vom Fachverständnis, den Lehrplänen, den Sicherheitsaspekten und den Ansprüchen der Lehrpersonen und der Lernenden.

Um den heutigen Ansprüchen des Gestaltungsunterrichts zu genügen, sind Einrichtungsfragen zentral. Bei der Planung und Realisierung von Spezialräumen ist darauf zu achten, dass mit verschiedenen Werkstoffen, an entsprechend eingerichteten Arbeitsplätzen und mit verschiedenen Lernformen gleichzeitig gearbeitet werden kann.
Offenes, problemorientiertes Arbeiten bedingt Flexibilität im Werkzeug- und Materialbereich:

Die im Lehrplan vorgesehenen Themen sollen rationell und ohne grossen Materialvorbereitungsaufwand ausgeführt werden können. Voraussetzung ist dabei ein universal eingerichteter Werkraum (= Universalwerkraum), mit folgenden Raumzonen:

Fixe Arbeitsplätze mit Werkzeugen und Geräten, evtl. Werkstoffen
Forscherecke mit Anschauungs- und Experimentiermaterial / Konstruktionsmaterial mit Internetanschluss, Tablet oder Notebook, kleiner Fachbibliothek
für Schülerinnen und Schüler Werkzeugschubladen oder Werkzeugblöcke, die systematisch nach Funktion geordnet sind.
 Demonstrations- und Ausstellungszone
für Erklärungen, Modelle, Auswertungen, Präsentationen

Eine angepasste, geeignete Infrastruktur sollte die Lernenden und Lehrenden in ihren Ansprüchen an das Fach «technisches Gestalten» unterstützen und so einen Mehrwert schaffen.

Lager mit Zugangsmöglichkeiten für Lernende und Lehrpersonen

Weitere Merkmale sind ein Sicherheitsstandard, der selbstständiges Lernen erlaubt, und eine Zusammenarbeit unter den Beteiligten im Bereich Betreuung und Unterhalt.

Einige Merkmale guten Unterrichts:

  • Hoher Anteil „echter Lernzeit“ (unnötige Wege und unnötiges Suchen fallen weg)
  • Ein lernförderliches Klima
  • Reichhaltige Aufgaben

Durchdachte Einrichtung

In jeder Werkstunde werden unzählige Werkzeuge, Materialien und daraus folgend Arbeitsplätze gebraucht. Viel Zeit geht verloren, wenn nicht ein gutes Einrichtungs- und Ordnungssystem diese immer wiederkehrenden Arbeitsgänge erleichtert und die Bring- und Holfunktion der Unterrichtenden auf ein Minimum beschränkt.

  • Als Folgen eines nicht brauchbaren Ordnungssystems:
  • wächst der «Unordnungskeim» unaufhaltsam — bis eine nette und fleissige Person aus dem Kollegium sich wieder einmal ein Herz fasst und die wichtigsten Dinge ordnet;
  • breitet sich Unmut und Resignation im Kollegium aus;
  • schaut jeder für sich: Alle besorgen sich eigene Werkzeuge, ein eigenes Materiallager (Motto «Privatlager statt Materialpool») mit einem grossen, ab-schliessbaren Schrank usw.

Gestaltungsunterricht in einem gut und funktional eingerichteten Raum ist angenehmer, effektiver und dadurch auch sicherer. Diese Tatsache ist meist Motivation genug, um Umrüstungen bestehender oder neuer Konzeptionen im Kollegium (evtl. auch zusammen mit dem Hauswart) zu planen und umzusetzen.

Der Werkraum ist dann gut eingerichtet, wenn …

  • alles seinen Platz hat
  • die Werkzeuge griffbereit sind
  • wenn Maschinen und Werkzeuge in einwandfreiem Zustand sind (und gewartet werden)
  • die Einrichtung funktional ist (kurze Wege)
  • Die Maschinen gut und sicher platziert sind
  • Eine funktionierende und praktische Absaugung im Einsatz ist
Gegenüberstellung hohe und schlechte Funktionalität

Wunsch und Wirklichkeit

Doch oft sieht die Realität in Werkräumen an Schweizer Schulen so aus:


Was ist das Ziel?

Was?

  • Ein hoher Grad an Selbständigkeit und Selbstverantwortung der Lernenden
  • Hoher Anteil «echter Lernzeit»

Wie?

  • Alle Werkzeuge haben ihren klar definierten Platz.
  • Die Kisten sind angeschrieben. Alle Materialen sind schnell auffindbar.
    Alle Werkzeuge haben ihren klar definierten Platz.
  • Die Kisten sind angeschrieben. Alle Materialen sind schnell auffindbar.
  • Abläufe sind klar geregelt («wohin mit dem nassen Pinsel?»)

Auswirkung

  • Wenn die Schülerinnen und Schüler die Werkzeuge und Materialen nicht selber finden, dann müssen sie die Lehrperson fragen – oder stehen rum. Die Lehrperson kann sich ja nicht multiplizieren.
  • Eine klare Ordnung der Werkzeuge schafft die Grundlage für selbstorganisiertes Lernen.

Aber das kostet doch!

Richtig, eine Investition kostet. Aber rechnen Sie mal die verdecken Kosten hoch (Steuergelder), wenn in jeder Lektion ein Teil fürs Suchen, mühselige Zusammentragen der Materialen, fürs Rumstehen (weil die Lehrperson gebraucht wird) oder für Einstellarbeiten drauf geht!

Konkretes Rechenbeispiel:
Stellen Sie sich vor: Wenn pro Lektion nur 5′ vergehen fürs Suchen oder Rumstehen, dann macht dies auf 9 Schuljahre ein ganzes Schuljahr aus!


Wie kann also ein Werkraum optimiert werden?

Punkt 1: Werkzeugunterbringung


Der wichtigste Punkt: Alles muss seinen Platz haben. Sonst droht das Chaos.
Und: eine klare Ordnung der Werkzeuge schafft die Grundlage für selbstorganisiertes Lernen.

Ältere Werkstatteinrichtungen waren auf den Handfertigkeitsunterricht ausgerichtet. Alle Jugendlichen waren unter Anleitung der Lehrkraft gleichzeitig mit dem gleichen Arbeitsschritt beschäftigt. Daraus folgte: Alle brauchten gleichzeitig die gleichen Werkzeuge, mit Ausnahme der Spezialwerkzeuge.

Beim problemorientierten Gestalten verschieben sich Abläufe in der Klassenarbeit, das heisst, nicht alle sind gleichzeitig am gleichen Arbeitsschritt, Klassensätze braucht es deshalb nur bei wenigen Grundwerkzeugen.

Zur Qualität:
Es empfiehlt sich, Qualitätswerkzeuge aus dem Fachhandel zu beziehen, die Lebensdauer ist wesentlich länger. Die Investitionen zahlen sich durch die höhere Belastbarkeit und Einsatzdauer schnell aus.

Es gibt drei Methoden der Aufbewahrung:

a) Sammelwände

Ein klassische Sammelwand. Sie nimmt aber viel Platz in Anspruch

Dieses Modell gehört eher der Vergangenheit an. Denn: Schränke mit Regalböden und Rako-Kisten haben gegenüber der offenen Werkzeugwand viele Vorteile und ermöglichen eine flexible Unterbringung. Nicht mehr benötigte Werkzeuge können durch adäquatere Arbeitsgeräte ersetzt werden. Der nötige Platz wird durch die Regalböden und durch die universellen Rako-Kisten geschaffen.

b) nur Werkzeugblöcke

Ordentliche Unterbringung der Werkzeuge in Werkzeugblöcken im Schrank
  • Die Werkzeuge werden in Werkzeugblöcken gelagert.
  • Diese Variante ist variabel: Wird neues Werkzeug angeschafft, kann schnell ein passender Block bestellt werden
  • Platzsparende Variante!
  • Allerdings ein wenig unpersönlich. Wer gibt die Werkzeuge heraus
  • Oder gilt «Self-Service»?
  • Die Kontrolle ist ein wenig aufwändiger.
  • Werkzeugblöcke eigenen sich für die kompakte Aufbewahrung in Schränken.

c) kombiniert mit Schubladen

kombinierte Methode Werkzeugblöcke und Schubladenstock

Die «Grundwerkzeuge» können in Schubladen untergebracht, mit Farbcode markiert und in Hartschaumstoff ausgeschnitten werden. Die Schülerinnen und Schüler kontrollieren die eigenen Werkzeuge. Diese Variante stärkt die Selbstverantwortung.

  • Der Einbau wird individuell nach Ihren Bedürfnissen eingescannt und im Schaumstoff via CNC eingefräst. Passgenauer Werkzeugeinbau in Schubladen: Damit obige Bilder der Vergangenheit angehören…
  • Das Werkzeug wird dadurch schonend gelagert
  • Die Kontrolle bezüglich der Vollständigkeit geschieht in Sekundenschnelle!
  • Schnell griffbereit: die Werkzeuge befinden sich direkt am Arbeitsplatz! Das unnötige Herumlaufen wird dadurch ein wenig gemindert

Pädagogischer Nutzen: die Schubladen sind schliessbar. Durch die Schlüsselübergabe wird die Verantwortung an die Lernenden übergeben. Mit der Schlüsselrückgabe am Ende der Lektion bestätigen sie die Vollständigkeit und Funktionstüchtigkeit der Werkzeuge! Die Lernenden haben bei diesem Modell deutlich mehr Selbstverantwortung – was eine wichtige Kompetenz ist.


Punkt 2: Schränke

Geeignete und gut strukturierte Ablageflächen sind das A und O eines gut eingerichteten Werkraums.

Die Oberfläche der Flügeltüren
… können als Whiteboard, Wandtafel (Magnetwand) oder als Steckwand genutzt werden! So erübrigt sich die Installation einer teuren Wandtafel.
Besteht bereits ein Wandtafel, könnte diese z.B. durch eine Leinwand für die Bildprojektion durch den Beamer ersetzt werden.

Es gibt drei Nutzungsmöglichkeiten

Tablare

Regalböden haben gegenüber den Behältern den Vorteil, dass der gesamte Inhalt sofort sichtbar ist. Regalböden eigenen sich für die Unterbringung der Werkzeugblöcke und für Sachen, die in keine Kiste passen.

Rako-Kisten

Dieses System ist lässt viele Einsatzmöglichkeiten zu:

  • als Schublade
  • als Aufbewahrungsbehälter
  • als Transportkiste
  • ist stapelbar und robust
  • lässt sich beschriften!

Kombinierte Methode

So sieht die kombinierte Lösung aus:

  • Regalböden für Werkzeugblöcke
  • Kisten für Maschinen …
  • … und Kleinteile

Punkt 3: Werkbänke

Werkbänke am Fenster dienen der optimalen Raumausnützung und der Realisierung zusätzlicher Arbeitsplätze.

  • Ein Fenstertisch auf ganzer Front mit Schubladenstöcken mit Kleinmaschinen wie Dekupiersägen und Bohrstationen und Platz für individuelles Arbeiten.
  • Mehr Platz, mehr Licht, sicheres Arbeiten.
  • Die benötigen Utensilien sind griffbereit (Sägeblätter, Bohrer, Schutzbrillen etc.

Sämtliche Arbeitstische werden ebenfalls von uns und in gewünschter Länge und Tiefe produziert.

Buchenplatte mit oder ohne Kantenschutz

Schichtstof URPHEN-Platten in verschiedenen Farben

Mit Blechbelag für Schweisstische


Punkt 4: Lagerung

Die Schaffung von Lagermöglichkeiten ist Bestandteil des Einrichtungskonzepts; das Lager soll in verschiedene Bereiche aufgeteilt werden.

  • Die gebräuchlichsten Materialien stehen aus didaktischen Gründen im Fachraum zur Verfügung (idealerweise in beschrifteten Kisten auf Tablargestell mit Farbcode).
    
  • Verbrauchsmaterialien wie Schrauben und Nägel, Farben, Schleifpapier, Faden, Garne, Verschlüsse und Klebstoffe werden griffbereit und für Schülerinnen und Schüler sichtbar bereitgestellt
    
  • Grössere Holz-, Metall- und Kunststoffplattenwaren werden Lagerraum gelagert.

Punkte 5: Forscherecke und Präsentationszone

Warum ein Multifunktionstisch? Die Antwort lautet: FESP!
FESP steht für die typischen Handlungen: forschen, experimentieren, spielen, präsentieren.

Oft fehlt es in den Werkräumen an Schweizer Volksschulen an geeigneter Infrastruktur, um überhaupt gewissen Anforderungen des Lehrplans 21 gerecht zu werden.

Mit dem neuen Multifunktionstisch der Wettstein AG sind Sie für sämtliche Unterrichtsvorhaben bestens gerüstet!
Damit können Sie FESP 🙂

  • Medien, Werkzeuge, Geräte und Experimentiermaterial sind schnell zu Hand
  • Materialien benutzerfreundlich geordnet sowie ohne zusätzliche Vorbereitungsarbeit einsetzbar:
    • für Postenläufe
    • Lernwerkstätten
    • Arbeiten mit Baukastensystemen wie Lego Technic oder Lego Mindstorm
    • sowie teures Anschauungs-, Experimentier- und Konstruktionsmaterial.

Mehr Informationen zum neuen Multifunktionstisch gibt es unter «Produkte«


Betreuung und Unterhalt

Mit der Einrichtung von Werkstätten müssen der Unterhalt und die Betreuung organisiert und abgesprochen werden. Ein Aufteilen der verschiedenen Arbeiten ist zu empfehlen, da insbesondere die Lagerbewirtschaftung zeitintensiv ist und selten entsprechend entschädigt wird, zudem wird der Konsens gefördert. Je stärker der Einbezug aller Beteiligten (Lehrkräfte, Kinder, Hauswart), desto erfolgreicher und effizienter ist die Lagerbewirtschaftung.
Eine hauptverantwortliche Person koordiniert, die weiteren Arbeiten werden aufgeteilt nach Fähigkeiten und Wünschen der Unterrichtenden. Die ersten vier Bereiche (siehe rechts) erfordern eine erhöhte Fachkompetenz, aber auch Benutzerinnen und Benutzer mit geringer Lektionenzahl beteiligen sich. Gemeinsam Funktionsbeschrieb mit den aufgeführten Arbeiten erstellen, diesen regelmässig überprüfen. Anfallende Arbeiten

  • Arbeitssicherheit: Überprüfen der Einrichtungen und Maschinen nach den Richtlinien der BfU, periodische Demonstrationen, Hilfsgeräte konstruieren
  • Pflege von Werkzeugen, Maschinen und Geräten: reinigen, schärfen, ersetzen, kennzeichnen usw.
  • Organisation des Teams: Koordination, Vertretung gegen aussen, Budget, Benutzer-ABC erstellen
  • Bibliothek, Fachliteratur: sammeln, ordnen, informieren.
  • Allgemeine Reinigung, Entsorgung: Sonderabfall, jährliches Ausmisten.

Sicherheit

Ausgangspunkt:
Erfolgreiche Unfallverhütung ist abhängig von verschiedensten Punkten.

Pädagogischer Bereich:
Ernsthaftigkeit, Vorbild, Unterrichtsform, persönliche Fach-kompetenz.

Methodik/Didaktik:
Information und Instruktion, Konsequenz (Regeln durchsetzen), die Wahl von Verfahren, Organisation, Ordnung, Disziplin und Zeiteinteilung.

Baulich:
Trennung von Maschinenraum (Lehrpersonen) und Schülerar-beitsraum, Installationen wie Schlüsselschalter, Fehlerstrom-schutzschalter, Absaugvorrichtungen, Feuerlöscher, Sanitätskasten, Putzlappenbehälter aus Metall, gute Luft- und Lichtverhältnisse,

Eigentliche Schutzmassnahmen:
Im Universalraum sollen Hinweisplakate die Jugendlichen auf Gefahren hinweisen: Schutzbrillen, Gehörschütze, Staubmasken und Hilfsgeräte sichtbar und in Reichweite installieren.

Wegen der Aufwickelgefahr gilt bei Maschinenbenützung besondere Aufmerksamkeit den langen Haaren (Haarbänder oder Mützen tragen), der Kleidung (weite Ärmel, Schmuck, Halstücher usw. unbedingt vermeiden).

Einzelne Kantone schränken die Arbeit an Maschinen ein. Verbindlich sind die kantonalen Vorschriften. Auch bei der SUVA (Schweizerische Unfallversicherungsanstalt) können Sicherheitsmerkblätter bezogen werden.